Museum Folkwang
Le parc de l'hôpital, à Saint-Rémy
  • Vincent van Gogh
  • Le parc de l'hôpital, à Saint-Rémy, 1889

  • Der Garten des Hospitals von Saint-Rémy
  • Öl auf Leinwand
  • 75 x 93,5 cm x 3,2 cm
  • Erworben 1905 für das Museum Folkwang, Hagen, seit 1922 Essen
  • Inv.-Nr. G 64
  • Text zum WerkSeit Mai 1889 hielt sich van Gogh auf eigenen Wunsch in der Krankenanstalt Saint-Remy-de-Provence bei Arles auf. Im Juli erlitt er bei der Arbeit im Freien erneut einen epileptischen Anfall. Erst gegen Ende des Monats durfte er die Malerei wieder aufnehmen. Anfang Oktober des gleichen Jahres ging er erneut hinaus, um in der Umgebung der Krankenanstalt einige Skizzen anzufertigen. Im November 1889 vollendete er zwei Versionen des Gartens der Krankenanstalt von Saint-Remy. Van Gogh hat das Essener Bild in einem Brief an Émile Bernard beschrieben (20. November 1889): »Eine Ansicht des Parks, der zu der Nerven-Heilanstalt gehört, in der ich bin: rechts eine graue Terrasse, ein Stück vom Haus. Einige abgeblühte Rosenbüsche, links das Parkgelände – roter Ocker – ein von der Sonne verbranntes Terrain, mit abgefallenen Fichtennadeln bedeckt. Dieser Rand des Parks ist mit hohen Kiefern bepflanzt, die Stämme und Äste sind ockerrot, das Grün ist durch eine Beimischung von Schwarz verdüstert. Diese hohen Bäume heben sich von einem Abendhimmel ab, dessen gelber Grund von violetten Streifen durchzogen wird, weiter oben geht das Gelb in Rosa, dann in Grün über. Eine Mauer – auch roter Ocker – sperrt die Aussicht und wird nur an einer Stelle von einem violetten und ockergelben Hügel überragt. Der erste Baum ist ein riesiger Stamm, aber vom Blitz getroffen und abgesägt; ein seitlicher Zweig ragt jedoch noch hoch und läßt eine Flut von dunkelgrünen Nadeln herabfallen. Dieser düstere Riese – wie ein stolzer Besiegter – wenn man ihn wie ein lebendes Wesen betrachtet, kontrastiert mit dem blassen Lächeln einer späten Rose an dem Gebüsch, das ihm gegenüber hinwelkt. Unter den Kiefern leere Steinbänke und dunkler Buchsbaum, der Himmel spiegelt sich – gelb – nach einem Regenguß in einer Pfütze. Ein Sonnenstrahl, der letzte Reflex, steigert den dunklen Ocker bis zu glühendem Orange. Kleine schwarze Figuren streifen hier und da zwischen den Stämmen umher. Du kannst Dir denken, daß diese Kombination von rotem Ocker, von dem durch Grau verdüsterten Grün, von schwarzen Strichen, die die Konturen zeichnen, ein wenig jenes Angstgefühl hervorruft, das man ›Rot sehent‹ nennt, an dem oft manche meiner Unglücksgenossen leiden. Und das Motiv des großen, vom Blitz getroffenen Baumes, das kränkliche rosa-grüne Lächeln jener letzten Herbstblüte, verstärkt diesen Eindruck.«
  • ProvenienzKünstler
    1905, Johanna Cohen Gosschalk Bonger, Amsterdam (Witwe Theo van Goghs, des Bruders von Vincent van Gogh)
    1905 - 1922, Kauf bei Cohen Gosschalk Bonger, Museum Folkwang, Hagen
    1922, Kauf, Museum Folkwang, Essen
  • Obj_Id: 1'003'019
  • Obj_Internet_S: ja
  • Obj_Ownership_S (Verantw):Malerei, Skulptur, Medienkunst
  • Obj_SpareNField01_N (Verantw): 187
  • Obj_Creditline_S: Museum Folkwang, Essen, Gemäldesammlung
  • Obj_Title1_S: Le parc de l'hôpital, à Saint-Rémy
  • Obj_Title2_S: Der Garten des Hospitals von Saint-Rémy
  • Obj_PartDescription_S (Titelerg):
  • Obj_SpareMField01_M (Alle Titel): Le parc de l'hôpital, à Saint-Rémy A Corner of the Asylum and the Garden with a Heavy, Sawed-Off Tree Le parc de l'hôpital, à Saint-Rémy Der Garten des Hospitals von Saint-Rémy
  • Obj_Dating_S: 1889
  • Jahr von: 1'889
  • Jahr bis: 1'889
  • Obj_IdentNr_S: G 64
  • Obj_IdentNrSort_S: G 0064
  • Obj_Classification_S (Objtyp): Gemälde
  • Obj_Crate_S: 75 x 93,5 cm x 3,2 cm
  • Obj_Material_S: Öl auf Leinwand
  • Obj_Technique_S:
  • Obj_SpareSField01_S (Mat./Tech.): Öl auf Leinwand
  • Obj_AccNote_S (Erwerb): Erworben 1905 für das Museum Folkwang, Hagen, seit 1922 Essen
  • Obj_PermanentLocation_S (Standort):
  • Obj_Condition1_S (Druckerei):
  • Obj_Condition2_S (Auflage):
  • Obj_Subtype_S (Genre):
  • Obj_Rights_S: © Museum Folkwang, Essen
    Foto: Museum Folkwang
Text zum Werk
Künstler
Provenienz

Seit Mai 1889 hielt sich van Gogh auf eigenen Wunsch in der Krankenanstalt Saint-Remy-de-Provence bei Arles auf. Im Juli erlitt er bei der Arbeit im Freien erneut einen epileptischen Anfall. Erst gegen Ende des Monats durfte er die Malerei wieder aufnehmen. Anfang Oktober des gleichen Jahres ging er erneut hinaus, um in der Umgebung der Krankenanstalt einige Skizzen anzufertigen. Im November 1889 vollendete er zwei Versionen des Gartens der Krankenanstalt von Saint-Remy. Van Gogh hat das Essener Bild in einem Brief an Émile Bernard beschrieben (20. November 1889): »Eine Ansicht des Parks, der zu der Nerven-Heilanstalt gehört, in der ich bin: rechts eine graue Terrasse, ein Stück vom Haus. Einige abgeblühte Rosenbüsche, links das Parkgelände – roter Ocker – ein von der Sonne verbranntes Terrain, mit abgefallenen Fichtennadeln bedeckt. Dieser Rand des Parks ist mit hohen Kiefern bepflanzt, die Stämme und Äste sind ockerrot, das Grün ist durch eine Beimischung von Schwarz verdüstert. Diese hohen Bäume heben sich von einem Abendhimmel ab, dessen gelber Grund von violetten Streifen durchzogen wird, weiter oben geht das Gelb in Rosa, dann in Grün über. Eine Mauer – auch roter Ocker – sperrt die Aussicht und wird nur an einer Stelle von einem violetten und ockergelben Hügel überragt. Der erste Baum ist ein riesiger Stamm, aber vom Blitz getroffen und abgesägt; ein seitlicher Zweig ragt jedoch noch hoch und läßt eine Flut von dunkelgrünen Nadeln herabfallen. Dieser düstere Riese – wie ein stolzer Besiegter – wenn man ihn wie ein lebendes Wesen betrachtet, kontrastiert mit dem blassen Lächeln einer späten Rose an dem Gebüsch, das ihm gegenüber hinwelkt. Unter den Kiefern leere Steinbänke und dunkler Buchsbaum, der Himmel spiegelt sich – gelb – nach einem Regenguß in einer Pfütze. Ein Sonnenstrahl, der letzte Reflex, steigert den dunklen Ocker bis zu glühendem Orange. Kleine schwarze Figuren streifen hier und da zwischen den Stämmen umher. Du kannst Dir denken, daß diese Kombination von rotem Ocker, von dem durch Grau verdüsterten Grün, von schwarzen Strichen, die die Konturen zeichnen, ein wenig jenes Angstgefühl hervorruft, das man ›Rot sehent‹ nennt, an dem oft manche meiner Unglücksgenossen leiden. Und das Motiv des großen, vom Blitz getroffenen Baumes, das kränkliche rosa-grüne Lächeln jener letzten Herbstblüte, verstärkt diesen Eindruck.«