Museum Folkwang
Selbstbildnis mit tanzendem Tod
  • Ernst Ludwig Kirchner
  • Selbstbildnis mit tanzendem Tod, 1918

  • Holzschnitt
  • Bildmaß 50,3 x 34 cm
    Blattmaß 59 x 46 cm
  • Erworben 1954
  • Inv.-Nr. A 9/54
  • Text zum WerkDie Auseinandersetzung mit der eigenen Person zieht sich durch das gesamte Werk Ernst Ludwig Kirchners und manifestiert sich nicht zuletzt in dessen grafischen Blättern. Die Grafische Sammlung des Museum Folkwang verfügt allein über sechs Selbstdarstellungen des Künstlers aus dem Zeitraum von 1908 bis 1926. Der Holzschnitt ›Selbstporträt mit tanzendem Tod‹ nimmt innerhalb dieser Gruppe insofern eine besondere Stellung ein, als Kirchner mit diesem Blatt einen schonungslosen Einblick in seine seelische Verfassung gewährt. Seit seiner Einziehung zum Kriegsdienst im Juli 1915, aus der man ihn wegen Dienstunfähigkeit schon im November wieder entließ, war Kirchner psychisch und physisch in einer Weise geschwächt, die ihm künstlerisches Arbeiten kaum mehr möglich machte. Bei der Herstellung des Druckstocks im Jahr 1918 war Kirchner durch Lähmungserscheinungen der Hände massiv beeinträchtigt, und auch sein zwar erfolgreicher, doch quälender Kampf gegen Alkohol- und Morphiumsucht lag erst wenige Monate zurück. Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass Tod und Künstler auf dem Holzschnitt eine scheinbar untrennbare, symbiotische Verbindung eingehen, wobei alle Aktivitäten vom tanzenden Tod ausgehen, während der Künstler diesem Treiben offenbar nichts entgegenzusetzen weiß.
  • Provenienz1938, Museum Folkwang, Essen
    1940 - 1954, Galerie Ferdinand Möller, Berlin
  • Obj_Id: 1'011'644
  • Obj_Internet_S: Highlight
  • Obj_Ownership_S (Verantw):Grafische Sammlung
  • Obj_SpareNField01_N (Verantw): 186
  • Obj_Creditline_S: Grafische Sammlung
  • Obj_Title1_S: Selbstbildnis mit tanzendem Tod
  • Obj_Title2_S:
  • Obj_PartDescription_S (Titelerg):
  • Obj_SpareMField01_M (Alle Titel): Selbstbildnis mit tanzendem Tod Self-Portrait with Dancing Death Selbstbildnis mit tanzendem Tod
  • Obj_Dating_S: 1918
  • Jahr von: 1'918
  • Jahr bis: 1'918
  • Obj_IdentNr_S: A 9/54
  • Obj_IdentNrSort_S: A 0009/54
  • Obj_Classification_S (Objtyp): Druckgrafik
  • Obj_Crate_S: Bildmaß 50,3 x 34 cm
    Blattmaß 59 x 46 cm
  • Obj_Material_S:
  • Obj_Technique_S: Holzschnitt
  • Obj_SpareSField01_S (Mat./Tech.): Holzschnitt
  • Obj_AccNote_S (Erwerb): Erworben 1954
  • Obj_PermanentLocation_S (Standort):
  • Obj_Condition1_S (Druckerei):
  • Obj_Condition2_S (Auflage):
  • Obj_Subtype_S (Genre):
  • Obj_Rights_S: © Museum Folkwang, Essen
Text zum Werk
Künstler
Provenienz

Die Auseinandersetzung mit der eigenen Person zieht sich durch das gesamte Werk Ernst Ludwig Kirchners und manifestiert sich nicht zuletzt in dessen grafischen Blättern. Die Grafische Sammlung des Museum Folkwang verfügt allein über sechs Selbstdarstellungen des Künstlers aus dem Zeitraum von 1908 bis 1926. Der Holzschnitt ›Selbstporträt mit tanzendem Tod‹ nimmt innerhalb dieser Gruppe insofern eine besondere Stellung ein, als Kirchner mit diesem Blatt einen schonungslosen Einblick in seine seelische Verfassung gewährt. Seit seiner Einziehung zum Kriegsdienst im Juli 1915, aus der man ihn wegen Dienstunfähigkeit schon im November wieder entließ, war Kirchner psychisch und physisch in einer Weise geschwächt, die ihm künstlerisches Arbeiten kaum mehr möglich machte. Bei der Herstellung des Druckstocks im Jahr 1918 war Kirchner durch Lähmungserscheinungen der Hände massiv beeinträchtigt, und auch sein zwar erfolgreicher, doch quälender Kampf gegen Alkohol- und Morphiumsucht lag erst wenige Monate zurück. Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass Tod und Künstler auf dem Holzschnitt eine scheinbar untrennbare, symbiotische Verbindung eingehen, wobei alle Aktivitäten vom tanzenden Tod ausgehen, während der Künstler diesem Treiben offenbar nichts entgegenzusetzen weiß.