Museum Folkwang
Gebirgslandschaft mit Regenbogen
  • Caspar David Friedrich
  • Gebirgslandschaft mit Regenbogen, 1809/10

  • Öl auf Leinwand
  • 69 x 102 cm
  • Erworben 1939 mit Unterstützung der Stadt Essen und der NSDAP Gauleitung der Stadt Essen, 1950 an die Familie Hirschland restituiert und dem Museum Folkwang als Vermächtnis Dr. Georg Hirschland überlassen.
  • Inv.-Nr. G 46
  • Text zum WerkFriedrichs Malerei galt schon zu seinen Lebzeiten als Inbegriff romantischer Kunst. Das in zahlreichen Bildern des Künstlers wiederkehrende Motiv einer einzelnen menschlichen Figur in Betrachtung einer Landschaft oder eines Gewässers veranschaulicht ein damals häufig formuliertes Naturerlebnis, das bis heute mit dieser Epoche in Verbindung gebracht wird: Angesichts der Größe und Weite der ihn umgebenden Welt empfindet der Mensch seine eigene Kleinheit und Verlorenheit.

    Die »Gebirgslandschaft mit Regenbogen« bildete zusammen mit der gleichzeitigen »Landschaft mit dem Regenbogen« (ehemals Weimar; seit 1945 vermisst) ein Bilderpaar, das ein aus mathematischen Prinzipien entwickeltes Kompositionschema variiert. Im Essener Gemälde wird Friedrichs Vorgehen auf exemplarische Weise anschaulich. Die Bildmitte nimmt ein hoher Berg ein, dessen Gipfel im Schnittpunkt der Diagonalen liegt, die beidseitig anschließende, von kleineren Erhebungen sanft bewegte Horizontlinie teilt das Bild im Verhältnis des Goldenen Schnitts und der darüber ausgespannte, merkwürdig fahle Regenbogen verbindet sich mit einem in der unteren Bildzone angedeuteten Linienverlauf zu einer Ellipse, die Vorder-, Mittel- und Hintergrund einfasst.

    In der Person des Wanderers, ein Selbstporträt des Künstlers, kommen das Gefühl der Vereinzelung und die Erkenntnis einer höheren Ordnung zusammen und eröffnen dem Betrachter die Erfahrung einer – wie Friedrich Schlegel es nannte – Universalpoesie, in der Schönheit und Wahrheit eins sind.
  • Provenienzvermutlich seit 1810, im Besitz des Großherzogs von Weimar; möglicherweise von Goethe für Karl August erworben
    1824, im Weimarer Inventar genannt **. Nach dem 1. Weltkrieg von der Revolutionsregierung verkauft
    1932, Paul Cassirer, Berlin
    1932 - 09.11.1938, Slg. Dr. Georg Hirschland, Essen
    09.11.1938 - 01.04.1939, Depositum Museum Folkwang
    01.04.1939 - 1950, Kauf mit Auswanderungsguthaben (Stadt Essen und NSDAP Gauleitung der Stadt Essen), Museum Folkwang
    1950, Restitution, Erben Dr. Georg Hirschland
    1950, Vermächtnis Dr. Georg Hirschland, Museum Folkwang
  • Obj_Id: 1'003'004
  • Obj_Internet_S: ja
  • Obj_Ownership_S (Verantw):Malerei, Skulptur, Medienkunst
  • Obj_SpareNField01_N (Verantw): 187
  • Obj_Creditline_S: Gemäldesammlung
  • Obj_Title1_S: Gebirgslandschaft mit Regenbogen
  • Obj_Title2_S:
  • Obj_PartDescription_S (Titelerg):
  • Obj_SpareMField01_M (Alle Titel): Gebirgslandschaft mit Regenbogen Mountain Landscape with Rainbow Gebirgslandschaft mit Regenbogen
  • Obj_Dating_S: 1809/10
  • Jahr von: 1'809
  • Jahr bis: 1'810
  • Obj_IdentNr_S: G 46
  • Obj_IdentNrSort_S: G 0046
  • Obj_Classification_S (Objtyp): Gemälde
  • Obj_Crate_S: 69 x 102 cm
  • Obj_Material_S: Öl auf Leinwand
  • Obj_Technique_S:
  • Obj_SpareSField01_S (Mat./Tech.): Öl auf Leinwand
  • Obj_AccNote_S (Erwerb): Erworben 1939 mit Unterstützung der Stadt Essen und der NSDAP Gauleitung der Stadt Essen, 1950 an die Familie Hirschland restituiert und dem Museum Folkwang als Vermächtnis Dr. Georg Hirschland überlassen.
  • Obj_PermanentLocation_S (Standort): Ausstellung Intern: E 001, Altbau, Sammlung 19. und 20. Jahrhundert
  • Obj_Condition1_S (Druckerei):
  • Obj_Condition2_S (Auflage):
  • Obj_Subtype_S (Genre):
  • Obj_Rights_S: © Museum Folkwang, Essen
Text zum Werk
Künstler
Provenienz

Friedrichs Malerei galt schon zu seinen Lebzeiten als Inbegriff romantischer Kunst. Das in zahlreichen Bildern des Künstlers wiederkehrende Motiv einer einzelnen menschlichen Figur in Betrachtung einer Landschaft oder eines Gewässers veranschaulicht ein damals häufig formuliertes Naturerlebnis, das bis heute mit dieser Epoche in Verbindung gebracht wird: Angesichts der Größe und Weite der ihn umgebenden Welt empfindet der Mensch seine eigene Kleinheit und Verlorenheit.

Die »Gebirgslandschaft mit Regenbogen« bildete zusammen mit der gleichzeitigen »Landschaft mit dem Regenbogen« (ehemals Weimar; seit 1945 vermisst) ein Bilderpaar, das ein aus mathematischen Prinzipien entwickeltes Kompositionschema variiert. Im Essener Gemälde wird Friedrichs Vorgehen auf exemplarische Weise anschaulich. Die Bildmitte nimmt ein hoher Berg ein, dessen Gipfel im Schnittpunkt der Diagonalen liegt, die beidseitig anschließende, von kleineren Erhebungen sanft bewegte Horizontlinie teilt das Bild im Verhältnis des Goldenen Schnitts und der darüber ausgespannte, merkwürdig fahle Regenbogen verbindet sich mit einem in der unteren Bildzone angedeuteten Linienverlauf zu einer Ellipse, die Vorder-, Mittel- und Hintergrund einfasst.

In der Person des Wanderers, ein Selbstporträt des Künstlers, kommen das Gefühl der Vereinzelung und die Erkenntnis einer höheren Ordnung zusammen und eröffnen dem Betrachter die Erfahrung einer – wie Friedrich Schlegel es nannte – Universalpoesie, in der Schönheit und Wahrheit eins sind.