Museum Folkwang
Jeune fille à l'éventail
  • Paul Gauguin
  • Jeune fille à l'éventail, 1902

  • Mädchen mit Fächer
  • Öl auf Leinwand
  • 91,9 x 72,9 cm
  • Erworben 1904 für das Museum Folkwang, Hagen, seit 1922 Essen
  • Inv.-Nr. G 53
  • Text zum WerkSeit Beginn der 1930er Jahre wissen wir, wer Gauguin zu diesem Gemälde anregte: Tohotaua, die Frau seines Kochs. Bekleidet mit einem weißen Lavalava, einem um die Hüften geschlungenen Kattuntuch, sitzt Tohotaua auf einem mit Schnitzereien reich verzierten Stuhl; in ihrer rechten Hand hält sie einen weißen Federfächer. In dieser Aufmachung verkörperte sie für Gauguin den marquesischen Menschentyp. Die fotografische Vorlage, nach der das Gemälde entstand, hat Gauguin nur wenig verändert. Die von der Frau für die Fotografie eingenommene Pose hat er übernommen, die Haltung des Kopfes leicht verändert, den Hintergrund neutralisiert und das Sitzmöbel zugunsten einer Idealisierung der Darstellung stilisiert. Die Kokarde des weißen Federfächers zeigt die französischen Nationalfarben Blau, Weiß und Rot, eine oft in seinem Werk vorkommende Anspielung auf die Grand Nation:
    Frankreich hatte Tahiti und die Marquesas 1880 annektiert, ein Vorgang, für den Gauguin sein Geburtsland vielfach kritisierte. Bei der Übersetzung der Fotografie in das Gemälde konzentrierte sich Gauguin auf das für ihn Wesentliche des Motivs. Er reduzierte die erzählerischen Details sowie die räumliche Darstellung, um der dargestellten Figur eine monumentale Einfachheit und Größe zu verleihen.
    Trotz der seit dem Tod Gauguins 1903 stark gestiegenen Preise für seine Werke gelang es Karl Ernst Osthaus 1904, das ›Mädchen mit Fächer‹ zusammen mit den ›Bretonischen Tangsammlerinnen‹ von 1889 für das Museum Folkwang in Hagen anzukaufen.
  • ProvenienzKünstler
    1904, Ambroise Vollard, Paris
    1904 - 1922, Kauf bei Vollard, Museum Folkwang, Hagen
    1922, Kauf, Museum Folkwang, Essen
  • Obj_Id: 1'003'009
  • Obj_Internet_S: ja
  • Obj_Ownership_S (Verantw):Malerei, Skulptur, Medienkunst
  • Obj_SpareNField01_N (Verantw): 187
  • Obj_Creditline_S: Museum Folkwang, Essen, Gemäldesammlung
  • Obj_Title1_S: Jeune fille à l'éventail
  • Obj_Title2_S: Mädchen mit Fächer
  • Obj_PartDescription_S (Titelerg):
  • Obj_SpareMField01_M (Alle Titel): Jeune fille à l'éventail The Girl with a Fan Jeune fille à l'éventail Mädchen mit Fächer
  • Obj_Dating_S: 1902
  • Jahr von: 1'902
  • Jahr bis: 1'902
  • Obj_IdentNr_S: G 53
  • Obj_IdentNrSort_S: G 0053
  • Obj_Classification_S (Objtyp): Gemälde
  • Obj_Crate_S: 91,9 x 72,9 cm
  • Obj_Material_S: Öl auf Leinwand
  • Obj_Technique_S:
  • Obj_SpareSField01_S (Mat./Tech.): Öl auf Leinwand
  • Obj_AccNote_S (Erwerb): Erworben 1904 für das Museum Folkwang, Hagen, seit 1922 Essen
  • Obj_PermanentLocation_S (Standort):
  • Obj_Condition1_S (Druckerei):
  • Obj_Condition2_S (Auflage):
  • Obj_Subtype_S (Genre):
  • Obj_Rights_S: © Museum Folkwang, Essen
Text zum Werk
Künstler
Provenienz

Seit Beginn der 1930er Jahre wissen wir, wer Gauguin zu diesem Gemälde anregte: Tohotaua, die Frau seines Kochs. Bekleidet mit einem weißen Lavalava, einem um die Hüften geschlungenen Kattuntuch, sitzt Tohotaua auf einem mit Schnitzereien reich verzierten Stuhl; in ihrer rechten Hand hält sie einen weißen Federfächer. In dieser Aufmachung verkörperte sie für Gauguin den marquesischen Menschentyp. Die fotografische Vorlage, nach der das Gemälde entstand, hat Gauguin nur wenig verändert. Die von der Frau für die Fotografie eingenommene Pose hat er übernommen, die Haltung des Kopfes leicht verändert, den Hintergrund neutralisiert und das Sitzmöbel zugunsten einer Idealisierung der Darstellung stilisiert. Die Kokarde des weißen Federfächers zeigt die französischen Nationalfarben Blau, Weiß und Rot, eine oft in seinem Werk vorkommende Anspielung auf die Grand Nation:
Frankreich hatte Tahiti und die Marquesas 1880 annektiert, ein Vorgang, für den Gauguin sein Geburtsland vielfach kritisierte. Bei der Übersetzung der Fotografie in das Gemälde konzentrierte sich Gauguin auf das für ihn Wesentliche des Motivs. Er reduzierte die erzählerischen Details sowie die räumliche Darstellung, um der dargestellten Figur eine monumentale Einfachheit und Größe zu verleihen.
Trotz der seit dem Tod Gauguins 1903 stark gestiegenen Preise für seine Werke gelang es Karl Ernst Osthaus 1904, das ›Mädchen mit Fächer‹ zusammen mit den ›Bretonischen Tangsammlerinnen‹ von 1889 für das Museum Folkwang in Hagen anzukaufen.