Museum Folkwang
La roche oraguay, Vallon de Maisières, Doubs
  • Gustave Courbet
  • La roche oraguay, Vallon de Maisières, Doubs, 1860

  • Der Oraguay-Felsen
  • Öl auf Leinwand
  • 151,5 x 195 cm
  • Erworben 1968 mit Unterstützung der Eugen-und-Agnes-von-Waldthausen-Platzhoff-Museums-Stiftung und dem Folkwang-Museumsverein
  • Inv.-Nr. G 359
  • Text zum WerkDie Gegend von Ornans mit ihren charakteristischen Felswänden bot Courbet immer wieder Anregung für pittoreske Landschaftsbilder. Das gilt auch für die Tallandschaft der Loue, die sich tief in das Felsenmassiv des Jura eingegraben hat. Courbet kombiniert unterschiedliche Maltechniken, um das Besondere dieses Naturerlebnisses anschaulich zu machen. So verwendete er einerseits die Spachteltechnik, um die aus dem Wasser aufsteigende, schroffe Substanz der Felsen zu verdeutlichen; andererseits diente ihm die klassische Pinseltechnik dazu, die liebliche Uferlichtung langsam in einen steilen Wiesenhang zu überführen. Das Zufällige und Unkonventionelle des von ihm gewählten Landschaftsausschnitts betont Courbet mit der Darstellung eines Ruderers, der als Staffage auf die damals normativen Formen der Landschaftsdarstellung verweist.
    Die genaue Wiedergabe von Einzelheiten tritt zurück zugunsten einer Stofflichkeit und Körperlichkeit, die den Betrachter das Naturhafte sinnlich erfahren lassen. Courbet war bei seinen Zeitgenossen bekannt für einen provozierenden Realismus, »denn Realist sein bedeutet, ein aufrichtiger Freund der wirklichen Wahrheit zu sein« (Gustav Courbet). Bereits 1851 hatte seine Malweise im Pariser Salon für einen Skandal gesorgt. Courbet suchte daraufhin neue Wege für die Vermarktung seiner Werke und bemühte sich außerhalb von Paris um Ausstellungsmöglichkeiten, u.a. in Frankfurt, München und London. In Frankreich war ein von den dominierenden Salons unabhängiges Ausstellungswesen noch nicht vorstellbar, als Courbet seine Malerei 1855 anlässlich der Pariser Weltausstellung in einem eigenen, ›La Réalisme‹ überschriebenen Pavillon präsentierte. Seinem Erfolg und seiner Anerkennung schadete dieser Sezessionismus nicht. Im Gegenteil. Courbets mitunter sehr direkter Malstil veränderte den Zeitgeschmack und setzte sich rasch durch. 1866 wurde er ausdrücklich im Salon für seinen ›Realismus‹ geehrt.
  • Provenienz1861, Slg. Baron Dejean
    Sammlung Léon (?) Orosdi, Paris
    1891-1895, bei Durand-Ruel, Paris, deponiert, danach an Orosdi zurück
    1968, Dr. Fritz und Dr. Peter Nathan (Galerie Nathan), Zürich
    seit 1968, Museum Folkwang, Essen
  • Obj_Id: 1'003'045
  • Obj_Internet_S: Highlight
  • Obj_Ownership_S (Verantw):Malerei, Skulptur, Medienkunst
  • Obj_SpareNField01_N (Verantw): 187
  • Obj_Creditline_S: Gemäldesammlung
  • Obj_Title1_S: La roche oraguay, Vallon de Maisières, Doubs
  • Obj_Title2_S: Der Oraguay-Felsen
  • Obj_PartDescription_S (Titelerg):
  • Obj_SpareMField01_M (Alle Titel): La roche oraguay, Vallon de Maisières, Doubs Oraguy Rock La roche oraguay, Vallon de Maisières, Doubs Der Oraguay-Felsen
  • Obj_Dating_S: 1860
  • Jahr von: 1'860
  • Jahr bis: 1'860
  • Obj_IdentNr_S: G 359
  • Obj_IdentNrSort_S: G 0359
  • Obj_Classification_S (Objtyp): Gemälde
  • Obj_Crate_S: 151,5 x 195 cm
  • Obj_Material_S: Öl auf Leinwand
  • Obj_Technique_S:
  • Obj_SpareSField01_S (Mat./Tech.): Öl auf Leinwand
  • Obj_AccNote_S (Erwerb): Erworben 1968 mit Unterstützung der Eugen-und-Agnes-von-Waldthausen-Platzhoff-Museums-Stiftung und dem Folkwang-Museumsverein
  • Obj_PermanentLocation_S (Standort):
  • Obj_Condition1_S (Druckerei):
  • Obj_Condition2_S (Auflage):
  • Obj_Subtype_S (Genre):
  • Obj_Rights_S: © Museum Folkwang, Essen
Text zum Werk
Künstler
Provenienz

Die Gegend von Ornans mit ihren charakteristischen Felswänden bot Courbet immer wieder Anregung für pittoreske Landschaftsbilder. Das gilt auch für die Tallandschaft der Loue, die sich tief in das Felsenmassiv des Jura eingegraben hat. Courbet kombiniert unterschiedliche Maltechniken, um das Besondere dieses Naturerlebnisses anschaulich zu machen. So verwendete er einerseits die Spachteltechnik, um die aus dem Wasser aufsteigende, schroffe Substanz der Felsen zu verdeutlichen; andererseits diente ihm die klassische Pinseltechnik dazu, die liebliche Uferlichtung langsam in einen steilen Wiesenhang zu überführen. Das Zufällige und Unkonventionelle des von ihm gewählten Landschaftsausschnitts betont Courbet mit der Darstellung eines Ruderers, der als Staffage auf die damals normativen Formen der Landschaftsdarstellung verweist.
Die genaue Wiedergabe von Einzelheiten tritt zurück zugunsten einer Stofflichkeit und Körperlichkeit, die den Betrachter das Naturhafte sinnlich erfahren lassen. Courbet war bei seinen Zeitgenossen bekannt für einen provozierenden Realismus, »denn Realist sein bedeutet, ein aufrichtiger Freund der wirklichen Wahrheit zu sein« (Gustav Courbet). Bereits 1851 hatte seine Malweise im Pariser Salon für einen Skandal gesorgt. Courbet suchte daraufhin neue Wege für die Vermarktung seiner Werke und bemühte sich außerhalb von Paris um Ausstellungsmöglichkeiten, u.a. in Frankfurt, München und London. In Frankreich war ein von den dominierenden Salons unabhängiges Ausstellungswesen noch nicht vorstellbar, als Courbet seine Malerei 1855 anlässlich der Pariser Weltausstellung in einem eigenen, ›La Réalisme‹ überschriebenen Pavillon präsentierte. Seinem Erfolg und seiner Anerkennung schadete dieser Sezessionismus nicht. Im Gegenteil. Courbets mitunter sehr direkter Malstil veränderte den Zeitgeschmack und setzte sich rasch durch. 1866 wurde er ausdrücklich im Salon für seinen ›Realismus‹ geehrt.