Museum Folkwang
Der Zeitungsleser
  • Wilhelm Leibl
  • Der Zeitungsleser, 1891

  • Öl auf Leinwand
  • 63 x 48,5 cm
  • Dauerleihgabe der Bundesrepublik Deutschland seit 1966
  • Inv.-Nr. L 66/8605
  • Text zum WerkAuf Einladung Gustave Courbets reiste Leibl 1869 nach Paris, wo er bis zum Ausbruch des Deutsch-französischen Krieges (1870/71) lebte und arbeitete. Innerhalb weniger Monate gelang es ihm, sich dort als Künstler zu etablieren und lukrative Porträtaufträge zu erhalten. Zudem wurde ihm 1870 von der Jury des ›Salon des Refusés‹ für das ›Bildnis der Frau Gedon‹ (1869) die Goldmedaille zuerkannt.

    Zurück in München wandte sich Leibl demonstrativ gegen den Akademiebetrieb und die dort herrschende Kunstdoktrin; andere Maler, darunter Carl Schuch und Wilhelm Trübner, schlossen sich ihm an und bildeten für einige Jahre den so genannten Leibl-Kreis. Leibl selbst zog sich aus der Stadt zurück und lebte bis zu seinem frühen Tod in verschiedenen bayerischen Dörfern und Kleinstädten. Deren Bewohner wurden seine bevorzugten Modelle.

    ›Der Zeitungsleser‹ erstaunt durch die kalkulierte Darstellung der räumlichen Situation. Die im Vordergrund sichtbaren Stühle und der rechts anschließende Tisch bezeichnen den Raum, den die zentrale Figur des lesenden Bauern für sich in Anspruch nimmt. Die dahinter platzierten weiblichen Figuren werden dadurch merkbar auf Distanz gehalten. Auffällig ist auch die genaue Gegenstandsbeschreibung, die in der Wiedergabe der Zeitungsseite eine geradezu fotografische Präzision erreicht. Der Betrachter gerät in Versuchung, den Text entziffern zu wollen – und wird so unvermittelt selbst zu einem Lesenden.
  • Provenienz1897, Ludwig Goeckel
    08. 03. 1897 - 1939, Frau Hugo Toelle, Barmen (Auktion Frankfurt a. Main)
    05. 1939, von den Nachfahren (Frau Laura Luyken, geb. Toelle) beim Auktionshaus Weinmüller in München verkauft, RM 85.000,-
    Galerie Almas-Dietrich, München, für den "Sonderauftrag Linz" erworben
    seit 1939, Reichsbesitz
    seit 1966, als Leihgabe der Bundesrepublik Deutschland im Museum Folkwang Essen
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  • Obj_Ownership_S (Verantw):Malerei, Skulptur, Medienkunst
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  • Obj_Creditline_S: Gemäldesammlung
  • Obj_Title1_S: Der Zeitungsleser
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  • Obj_SpareMField01_M (Alle Titel): Der Zeitungsleser The Newspaper Reader Der Zeitungsleser
  • Obj_Dating_S: 1891
  • Jahr von: 1'891
  • Jahr bis: 1'891
  • Obj_IdentNr_S: L 66/8605
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  • Obj_Classification_S (Objtyp): Gemälde
  • Obj_Crate_S: 63 x 48,5 cm
  • Obj_Material_S: Öl auf Leinwand
  • Obj_Technique_S:
  • Obj_SpareSField01_S (Mat./Tech.): Öl auf Leinwand
  • Obj_AccNote_S (Erwerb): Dauerleihgabe der Bundesrepublik Deutschland seit 1966
  • Obj_PermanentLocation_S (Standort):
  • Obj_Condition1_S (Druckerei):
  • Obj_Condition2_S (Auflage):
  • Obj_Subtype_S (Genre):
  • Obj_Rights_S: © Museum Folkwang, Essen
Text zum Werk
Künstler
Provenienz

1897, Ludwig Goeckel
08. 03. 1897 - 1939, Frau Hugo Toelle, Barmen (Auktion Frankfurt a. Main)
05. 1939, von den Nachfahren (Frau Laura Luyken, geb. Toelle) beim Auktionshaus Weinmüller in München verkauft, RM 85.000,-
Galerie Almas-Dietrich, München, für den "Sonderauftrag Linz" erworben
seit 1939, Reichsbesitz
seit 1966, als Leihgabe der Bundesrepublik Deutschland im Museum Folkwang Essen