Museum Folkwang
Figurengruppe in römischem Park II
  • Hans von Marées
  • Figurengruppe in römischem Park II, um 1868

  • Öl auf Leinwand
  • 74 x 105 cm
  • Erworben 1939 mit Unterstützung der Stadt Essen und der NSDAP Gauleitung der Stadt Essen, 1950 an die Familie Hirschland restituiert und dem Museum Folkwang als Vermächtnis Dr. Georg Hirschland überlassen.
  • Inv.-Nr. G 114
  • Text zum WerkHans von Marées ist zusammen mit Arnold Böcklin, Anselm Feuerbach und dem Bildhauer Adolf von Hildebrand zur zweiten Generation von Künstlern zu zählen, die nach Italien reisten.
    1864 wurde er von Adolf Friedrich Graf von Schack, einem in München ansässigen Autor, Sammler und Mäzen, zusammen mit Franz von Lenbach und Feuerbach unter anderem auch nach Rom geschickt, um bedeutende Gemälde zu kopieren. 1868 kam es zum Bruch mit Schack; Marées fand jedoch in dem Philosophen Konrad Fiedler einen neuen Förderer. Nach einer gemeinsamen Reise 1869 nach Spanien, Frankreich und Holland entstanden in Dresden Bilder aus der Erinnerung an Italien, wie diese Szene in ›Figurengruppe in römischem Park II‹: eine klassische wie traditionelle Parklandschaft, die vom Geist der Antike in dem Topos des nackten Pferdeführers mitbestimmt wird. Mit der Figurengruppe links erweist der Künstler seine Reminiszenz an den Genius Loci der berühmten römischen Parklandschaft, begründet von dem einflussreichen Kardinal Scipione Borghese. Links zitiert Marées skizzenhaft sein Selbstporträt im japanischen Mantel. Bei dem Mann mit Hut könnte es sich um Konrad Fiedler handeln, den er in Rom kennenlernte. Die hockende weibliche Figur erinnert in der schemenhaften Skizzierung ihrer erhobenen Hände an einen anhimmelnden Magdalena-Gestus, wie er in zahlreichen Bildern der späten Renaissance Verwendung findet.
  • ProvenienzKonrad Fiedler
    Frau Hofkapellmeister Mary Balling
    Fiedler, Schloß Riedberg in Partenkirchen
    1919 - 1921, Galerie Alfred Flechtheim
    1921, Galerie Karl Haberstock, Berlin
    1921, Hugo Perls, Galerie Caspari
    1921 - 1938, Dr. Georg Hirschland, Essen
    09.11.1938, Beschlagnahmung durch die NSDAP, Essen
    09.11.1938 - 01.04.1939, Depositum Museum Folkwang
    01.04.1939 - 1950, Kauf mit Auswanderungsguthaben (Stadt Essen und NSDAP Gauleitung der Stadt Essen)
    1950, Restitution, Erben Dr. Georg Hischland
    1950, Vermächtnis Dr. Georg Hirschland, Museum Folkwang, Essen
  • Obj_Id: 1'003'150
  • Obj_Internet_S: ja
  • Obj_Ownership_S (Verantw):Malerei, Skulptur, Medienkunst
  • Obj_SpareNField01_N (Verantw): 187
  • Obj_Creditline_S: Gemäldesammlung
  • Obj_Title1_S: Figurengruppe in römischem Park II
  • Obj_Title2_S:
  • Obj_PartDescription_S (Titelerg):
  • Obj_SpareMField01_M (Alle Titel): Figurengruppe in römischem Park II Group of Figures at Roman Park II Figurengruppe in römischem Park II
  • Obj_Dating_S: um 1868
  • Jahr von: 1'865
  • Jahr bis: 1'869
  • Obj_IdentNr_S: G 114
  • Obj_IdentNrSort_S: G 0114
  • Obj_Classification_S (Objtyp): Gemälde
  • Obj_Crate_S: 74 x 105 cm
  • Obj_Material_S: Öl auf Leinwand
  • Obj_Technique_S:
  • Obj_SpareSField01_S (Mat./Tech.): Öl auf Leinwand
  • Obj_AccNote_S (Erwerb): Erworben 1939 mit Unterstützung der Stadt Essen und der NSDAP Gauleitung der Stadt Essen, 1950 an die Familie Hirschland restituiert und dem Museum Folkwang als Vermächtnis Dr. Georg Hirschland überlassen.
  • Obj_PermanentLocation_S (Standort):
  • Obj_Condition1_S (Druckerei):
  • Obj_Condition2_S (Auflage):
  • Obj_Subtype_S (Genre):
  • Obj_Rights_S: © Museum Folkwang, Essen
Text zum Werk
Künstler
Provenienz

Hans von Marées ist zusammen mit Arnold Böcklin, Anselm Feuerbach und dem Bildhauer Adolf von Hildebrand zur zweiten Generation von Künstlern zu zählen, die nach Italien reisten.
1864 wurde er von Adolf Friedrich Graf von Schack, einem in München ansässigen Autor, Sammler und Mäzen, zusammen mit Franz von Lenbach und Feuerbach unter anderem auch nach Rom geschickt, um bedeutende Gemälde zu kopieren. 1868 kam es zum Bruch mit Schack; Marées fand jedoch in dem Philosophen Konrad Fiedler einen neuen Förderer. Nach einer gemeinsamen Reise 1869 nach Spanien, Frankreich und Holland entstanden in Dresden Bilder aus der Erinnerung an Italien, wie diese Szene in ›Figurengruppe in römischem Park II‹: eine klassische wie traditionelle Parklandschaft, die vom Geist der Antike in dem Topos des nackten Pferdeführers mitbestimmt wird. Mit der Figurengruppe links erweist der Künstler seine Reminiszenz an den Genius Loci der berühmten römischen Parklandschaft, begründet von dem einflussreichen Kardinal Scipione Borghese. Links zitiert Marées skizzenhaft sein Selbstporträt im japanischen Mantel. Bei dem Mann mit Hut könnte es sich um Konrad Fiedler handeln, den er in Rom kennenlernte. Die hockende weibliche Figur erinnert in der schemenhaften Skizzierung ihrer erhobenen Hände an einen anhimmelnden Magdalena-Gestus, wie er in zahlreichen Bildern der späten Renaissance Verwendung findet.