Museum Folkwang
Farbentanz I. Entwurf für den Festsaal im Museum Folkwang
  • Ernst Ludwig Kirchner
  • Farbentanz I. Entwurf für den Festsaal im Museum Folkwang, 1932

  • Öl auf Leinwand
  • 100 x 90 cm
  • Erworben 1968 mit Unterstützung des Folkwang-Museumsvereins und der Alfred und Cläre Pott-Stiftung
  • Inv.-Nr. G 362
  • Text zum WerkDer ›Farbentanz l‹ ist im Rahmen der Entwürfe Kirchners für den großen Festsaal im Museum Folkwang Essen entstanden. Ernst Gosebruch hatte mit der Planung für den 1925 begonnenen Neubau des Museums die Idee entwickelt, besondere Räume von Künstlern gestalten zu lassen. Hierzu gehörte der geplante Festsaal, für dessen Ausmalung Gosebruch im Sommer 1925 mit Kirchner in Kontakt trat. Kirchner machte sich sogleich ans Werk und entwickelte unter dem Thema »Arbeit und Leben« einen Zyklus, der sich mit Landschaft und Mensch, Lebensformen und Lebensumständen beschäftigt – so auch mit dem Tanz. Für die Wand hinter dem erhöhten Podium des sakral anmutenden Festsaals wollte Kirchner einen großflächigen Farbentanz vorsehen. Mit dieser Fassung ›Farbentanz l‹ und weiteren Gemälden, Aquarellen, Zeichnungen und auch Farblithografien bearbeitete Kirchner dieses Thema unter verschiedenen Aspekten. »[…] oben die Sonne, die farbige Strahlen sendet, rot, blau, gelb auf die tanzenden Frauen und Blumenwiese unten. Der Entwurf sieht schon jetzt fröhlich und zur Freude auffordernd aus«, so Kirchner in einem Brief an Carl Hagemann, einen befreundeten Sammler des Künstlers. Die drei tanzenden Figuren können als Vertreterinnen der drei Grundfarben gedeutet werden, die wiederum von einem Prisma aus der Lichtquelle an der Spitze der Komposition abgeleitet sind. Ausgehend von dieser an die Sonne erinnernden zentralen Lichtquelle, entfalten sich Strahlen in einem regenbogenartigen Farbkontinuum.Längs und vertikal ausgerichtete Schraffuren und Akzente strukturieren die Komposition und verleiten schnell zur Assoziation mit
    landschaftlichen Eindrücken. Kirchner, der die ersten Jahre in Davos nach seiner Genesung als Zeit des Suchens empfand, vertrat den Standpunkt, dass die künstlerische Moderne erst mit den Jahren 1925/26 beginne: »Die Moderne steht noch ganz in den Anfängen. Sie ist kaum entstanden, sie muß erst kommen «, so Kirchner, der schon lange an einem »Neuen Stil« arbeitete. Der Farbentanz steht bereits am Ende der formalen Veränderung von Kirchners Malstil. Er gibt nicht mehr spontan Erlebtes in ekstatischer Farb- und Formgebung wieder, sondern geht nun viel überlegter an die Sujets heran, indem er die Eindrücke verstärkt ausbildet, Skizzen und Fotografien zu Hilfe nimmt, um Figuren- und Landschaftsbilder konzeptuell auszuführen.
  • Provenienz1938, Künstler
    1933 - bis in die 1950er Jahre, Dr. Frédéric Bauer, Davos
    1950er Jahre - 1968, Roman Norbert Ketterer, Campione
    1968, Kauf bei Ketterer, Museum Folkwang, Essen
  • Obj_Id: 1'003'349
  • Obj_Internet_S: ja
  • Obj_Ownership_S (Verantw):Malerei, Skulptur, Medienkunst
  • Obj_SpareNField01_N (Verantw): 187
  • Obj_Creditline_S: Gemäldesammlung
  • Obj_Title1_S: Farbentanz I. Entwurf für den Festsaal im Museum Folkwang
  • Obj_Title2_S:
  • Obj_PartDescription_S (Titelerg):
  • Obj_SpareMField01_M (Alle Titel): Farbentanz I. Entwurf für den Festsaal im Museum Folkwang Colorful Dance I: Design for the Ceremonial Hall at the Museum Folkwang Farbentanz I. Entwurf für den Festsaal im Museum Folkwang
  • Obj_Dating_S: 1932
  • Jahr von: 1'932
  • Jahr bis: 1'932
  • Obj_IdentNr_S: G 362
  • Obj_IdentNrSort_S: G 0362
  • Obj_Classification_S (Objtyp): Gemälde
  • Obj_Crate_S: 100 x 90 cm
  • Obj_Material_S: Öl auf Leinwand
  • Obj_Technique_S:
  • Obj_SpareSField01_S (Mat./Tech.): Öl auf Leinwand
  • Obj_AccNote_S (Erwerb): Erworben 1968 mit Unterstützung des Folkwang-Museumsvereins und der Alfred und Cläre Pott-Stiftung
  • Obj_PermanentLocation_S (Standort):
  • Obj_Condition1_S (Druckerei):
  • Obj_Condition2_S (Auflage):
  • Obj_Subtype_S (Genre):
  • Obj_Rights_S: © Museum Folkwang, Essen
Text zum Werk
Künstler
Provenienz

Der ›Farbentanz l‹ ist im Rahmen der Entwürfe Kirchners für den großen Festsaal im Museum Folkwang Essen entstanden. Ernst Gosebruch hatte mit der Planung für den 1925 begonnenen Neubau des Museums die Idee entwickelt, besondere Räume von Künstlern gestalten zu lassen. Hierzu gehörte der geplante Festsaal, für dessen Ausmalung Gosebruch im Sommer 1925 mit Kirchner in Kontakt trat. Kirchner machte sich sogleich ans Werk und entwickelte unter dem Thema »Arbeit und Leben« einen Zyklus, der sich mit Landschaft und Mensch, Lebensformen und Lebensumständen beschäftigt – so auch mit dem Tanz. Für die Wand hinter dem erhöhten Podium des sakral anmutenden Festsaals wollte Kirchner einen großflächigen Farbentanz vorsehen. Mit dieser Fassung ›Farbentanz l‹ und weiteren Gemälden, Aquarellen, Zeichnungen und auch Farblithografien bearbeitete Kirchner dieses Thema unter verschiedenen Aspekten. »[…] oben die Sonne, die farbige Strahlen sendet, rot, blau, gelb auf die tanzenden Frauen und Blumenwiese unten. Der Entwurf sieht schon jetzt fröhlich und zur Freude auffordernd aus«, so Kirchner in einem Brief an Carl Hagemann, einen befreundeten Sammler des Künstlers. Die drei tanzenden Figuren können als Vertreterinnen der drei Grundfarben gedeutet werden, die wiederum von einem Prisma aus der Lichtquelle an der Spitze der Komposition abgeleitet sind. Ausgehend von dieser an die Sonne erinnernden zentralen Lichtquelle, entfalten sich Strahlen in einem regenbogenartigen Farbkontinuum.Längs und vertikal ausgerichtete Schraffuren und Akzente strukturieren die Komposition und verleiten schnell zur Assoziation mit
landschaftlichen Eindrücken. Kirchner, der die ersten Jahre in Davos nach seiner Genesung als Zeit des Suchens empfand, vertrat den Standpunkt, dass die künstlerische Moderne erst mit den Jahren 1925/26 beginne: »Die Moderne steht noch ganz in den Anfängen. Sie ist kaum entstanden, sie muß erst kommen «, so Kirchner, der schon lange an einem »Neuen Stil« arbeitete. Der Farbentanz steht bereits am Ende der formalen Veränderung von Kirchners Malstil. Er gibt nicht mehr spontan Erlebtes in ekstatischer Farb- und Formgebung wieder, sondern geht nun viel überlegter an die Sujets heran, indem er die Eindrücke verstärkt ausbildet, Skizzen und Fotografien zu Hilfe nimmt, um Figuren- und Landschaftsbilder konzeptuell auszuführen.