Museum Folkwang
Polnische Familie
  • Otto Mueller
  • Polnische Familie, 1919

  • Leimfarbe auf Rupfen
  • 179,5 x 112 cm
  • Schenkung 1952 von Adalbert Colsman
  • Inv.-Nr. G 231
  • Text zum WerkOtto Muellers Bilderzählungen können bisweilen sehr direkt mit der Biografie des Künstlers in Verbindung gebracht werden wie hier mit der ›Polnischen Familie‹: Sie zeigt eine Wunschvorstellung. Der Künstler malt sich als orthodoxen Juden neben seiner Geliebten Irene Altmann als Maria mit halbem Heiligenschein. Sie war jüdischer Herkunft und eine seiner ersten Schülerinnen zu Beginn des Jahres 1919 an der Breslauer Akademie. Sie hat sein Privatleben stark verändert; er dachte wohl erstmals an Scheidung seiner langjährigen Ehe. Mueller thematisiert die unterschiedliche Glaubenszugehörigkeit, die einer Heirat im Wege steht: Einer von beiden müsste, so kann man dieses Motiv lesen, konvertieren. In dieser Darstellung verbirgt sich auch die Sehnsucht des Künstlers nach familiärer Geborgenheit, die er mit der Darstellung des soeben geborenen Kindes beschreibt. Die Geburt eines gemeinsamen Kindes ist allerdings nicht überliefert, während der unter der Bank hervorlugende Hund auf Muellers Pudel Heiko verweist, der ihm in den ersten Jahren in Breslau getreuer Begleiter war.
  • Provenienz1930, Künstler
    1930, Galerie Ferdinand Möller, Berlin
    Edgar Horstmann, Hamburg
    1952, Galerie Alex Vömel, Düsseldorf
    1952, Kauf bei Vömel, Adalbert Colsman, Langenberg
    1952, Schenkung durch Colsman, Museum Folkwang, Essen
  • Obj_Id: 1'003'415
  • Obj_Internet_S: ja
  • Obj_Ownership_S (Verantw):Malerei, Skulptur, Medienkunst
  • Obj_SpareNField01_N (Verantw): 187
  • Obj_Creditline_S: Gemäldesammlung
  • Obj_Title1_S: Polnische Familie
  • Obj_Title2_S:
  • Obj_PartDescription_S (Titelerg):
  • Obj_SpareMField01_M (Alle Titel): Polnische Familie Polish Family Polnische Familie
  • Obj_Dating_S: 1919
  • Jahr von: 1'919
  • Jahr bis: 1'919
  • Obj_IdentNr_S: G 231
  • Obj_IdentNrSort_S: G 0231
  • Obj_Classification_S (Objtyp): Gemälde
  • Obj_Crate_S: 179,5 x 112 cm
  • Obj_Material_S: Leimfarbe auf Rupfen
  • Obj_Technique_S:
  • Obj_SpareSField01_S (Mat./Tech.): Leimfarbe auf Rupfen
  • Obj_AccNote_S (Erwerb): Schenkung 1952 von Adalbert Colsman
  • Obj_PermanentLocation_S (Standort):
  • Obj_Condition1_S (Druckerei):
  • Obj_Condition2_S (Auflage):
  • Obj_Subtype_S (Genre):
  • Obj_Rights_S: © Museum Folkwang, Essen
Text zum Werk
Künstler
Provenienz

Otto Muellers Bilderzählungen können bisweilen sehr direkt mit der Biografie des Künstlers in Verbindung gebracht werden wie hier mit der ›Polnischen Familie‹: Sie zeigt eine Wunschvorstellung. Der Künstler malt sich als orthodoxen Juden neben seiner Geliebten Irene Altmann als Maria mit halbem Heiligenschein. Sie war jüdischer Herkunft und eine seiner ersten Schülerinnen zu Beginn des Jahres 1919 an der Breslauer Akademie. Sie hat sein Privatleben stark verändert; er dachte wohl erstmals an Scheidung seiner langjährigen Ehe. Mueller thematisiert die unterschiedliche Glaubenszugehörigkeit, die einer Heirat im Wege steht: Einer von beiden müsste, so kann man dieses Motiv lesen, konvertieren. In dieser Darstellung verbirgt sich auch die Sehnsucht des Künstlers nach familiärer Geborgenheit, die er mit der Darstellung des soeben geborenen Kindes beschreibt. Die Geburt eines gemeinsamen Kindes ist allerdings nicht überliefert, während der unter der Bank hervorlugende Hund auf Muellers Pudel Heiko verweist, der ihm in den ersten Jahren in Breslau getreuer Begleiter war.