Museum Folkwang
Heilige Maria von Ägypten
  • Emil Nolde
  • Heilige Maria von Ägypten, 1912

  • Öl auf Leinwand
  • 87 x 100,5 cm
  • Erworben 1925, beschlagnahmt 1937, wiedererworben 1950 mit Unterstützung des Folkwang-Museumsvereins
  • Inv.-Nr. G 217
  • Text zum WerkUnbefangen erzählt Jacobus de Voragine, Dominikanermönch und Erzbischof von Genua, in der mittelalterlichen Textsammlung ›Legenda aurea‹, wie die später als Heilige verehrte Maria Aegyptiaca einst die Überfahrt nach Jerusalem bestritt. Als die Schiffer von ihr einen Lohn forderten, soll sie geantwortet haben: »Den kann ich euch nicht geben; aber nehmt meinen Leib und macht euch mit dem bezahlt. Also nahmen sie mich mit und mein Leib war ihnen das Fährgeld.« Der Legende nach führte die ägyptische Maria 17 Jahre lang ein ausschweifendes Leben, bevor sie auf einer Wallfahrt anlässlich des Kreuzerhöhungsfestes in Jerusalem bekehrt wurde und anschließend 47 Jahre als Einsiedlerin in der Wüste lebte. Dargestellt ist der Moment der Auffindung der Toten durch den Hl. Zosimus mit einem Löwen an der Seite, der ihm geholfen haben soll, das Grab zu bereiten. Noldes Bilder mit religiöser Thematik, die durch eine äußerst direkte Subjektivität gekennzeichnet sind, lösten zu Lebzeiten des Malers kontrovers Reaktionen aus. Nolde selbst schrieb 1909 über dieses Phänomen: »Einem unwiderstehlichen Verlangen nach Darstellung von tiefer Geistlichkeit, Religion und Innigkeit war ich gefolgt, doch ohne viel Wollen und Wissen oder Überlegung«.
  • Provenienz1916, Künstler
    1916 frühestens - 1925, Dr. Paul Erich Küppers, Hannover
    1925 - 06.07.1937, Museum Folkwang, Essen
    06.07.1937, für die Ausstellung "Entartete Kunst" in München, Beschlagnahmung durch das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, Berlin
    1938, Depot Schloss Schönhausen
    1939 - 1945, Kauf vom Deutschen Reich, Bernhard A. Böhmer, Güstrow
    05.1945 - 1949, Nachlass Böhmer, Wilma Zelck, Rostock (Schwägerin von B. A. Böhmer)
    1949 - 1949, Kauf bei Zelck, Kunsthandel Edgar Horstmann, Hamburg
    1950, Kauf bei Horstmann, Museum Folkwang, Essen
  • Obj_Id: 1'003'432
  • Obj_Internet_S: Highlight
  • Obj_Ownership_S (Verantw):Malerei, Skulptur, Medienkunst
  • Obj_SpareNField01_N (Verantw): 187
  • Obj_Creditline_S: Museum Folkwang, Essen, Gemäldesammlung
  • Obj_Title1_S: Heilige Maria von Ägypten
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  • Obj_SpareMField01_M (Alle Titel): Heilige Maria von Ägypten Saint Mary of Egypt Heilige Maria von Ägypten
  • Obj_Dating_S: 1912
  • Jahr von: 1'912
  • Jahr bis: 1'912
  • Obj_IdentNr_S: G 217
  • Obj_IdentNrSort_S: G 0217
  • Obj_Classification_S (Objtyp): Gemälde
  • Obj_Crate_S: 87 x 100,5 cm
  • Obj_Material_S: Öl auf Leinwand
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  • Obj_SpareSField01_S (Mat./Tech.): Öl auf Leinwand
  • Obj_AccNote_S (Erwerb): Erworben 1925, beschlagnahmt 1937, wiedererworben 1950 mit Unterstützung des Folkwang-Museumsvereins
  • Obj_PermanentLocation_S (Standort):
  • Obj_Condition1_S (Druckerei):
  • Obj_Condition2_S (Auflage):
  • Obj_Subtype_S (Genre):
  • Obj_Rights_S: © Nolde Stiftung Seebüll
Text zum Werk
Künstler
Provenienz

Unbefangen erzählt Jacobus de Voragine, Dominikanermönch und Erzbischof von Genua, in der mittelalterlichen Textsammlung ›Legenda aurea‹, wie die später als Heilige verehrte Maria Aegyptiaca einst die Überfahrt nach Jerusalem bestritt. Als die Schiffer von ihr einen Lohn forderten, soll sie geantwortet haben: »Den kann ich euch nicht geben; aber nehmt meinen Leib und macht euch mit dem bezahlt. Also nahmen sie mich mit und mein Leib war ihnen das Fährgeld.« Der Legende nach führte die ägyptische Maria 17 Jahre lang ein ausschweifendes Leben, bevor sie auf einer Wallfahrt anlässlich des Kreuzerhöhungsfestes in Jerusalem bekehrt wurde und anschließend 47 Jahre als Einsiedlerin in der Wüste lebte. Dargestellt ist der Moment der Auffindung der Toten durch den Hl. Zosimus mit einem Löwen an der Seite, der ihm geholfen haben soll, das Grab zu bereiten. Noldes Bilder mit religiöser Thematik, die durch eine äußerst direkte Subjektivität gekennzeichnet sind, lösten zu Lebzeiten des Malers kontrovers Reaktionen aus. Nolde selbst schrieb 1909 über dieses Phänomen: »Einem unwiderstehlichen Verlangen nach Darstellung von tiefer Geistlichkeit, Religion und Innigkeit war ich gefolgt, doch ohne viel Wollen und Wissen oder Überlegung«.