Museum Folkwang
Orient-Express
  • Rafael de Ochoa y Madrazo
  • Orient-Express, 1891

  • Türkei, Konstantinopel
  • Farblithografie
  • 120 x 86 cm
  • Druckerei Imprimerie F. Champenois, Paris
  • Dauerleihgabe aus der Sammlung Reisen in Luxus, Essen
  • Inv.-Nr. DPM DL 334
  • Text zum WerkDer Orient-Express war der erste Luxuszug überhaupt, er verkehrte ab 1883 regelmäßig zwischen Paris und Constantinopel. Auf der langen Strecke, an den zahlreichen Haltepunkten fanden solche Plakate ihren Einsatz. Dabei wurde in die dafür vorgesehene Fläche im rechten unteren Viertel jeweils der Text eingedruckt, der vor Ort benötigt wurde. Das Plakat existiert daher in verschiedenen Sprachen und Textfassungen. Die aufwendig gestalteten und gedruckten Blanko-Plakate (noch ohne Texteindruck) kamen zum Teil über viele Jahre zum Einsatz.

    Das Plakat zeigt einen Blick auf Constantinopel, über die Blaue Moschee hinweg auf das Goldene Horn, sowie zwei verschleierte Frauen. Exotik und geheimnisvolle Fremdartigkeit waren auch damals schon die lockenden Zutaten der Werbung für ferne Reisziele. Selbst die Darstellung des Karlsplatzes in Wien (links im Bild) erfährt – in gleicher Darstellungsmanier – eine exotische Note. »Interessant ist die Wienansicht vor allem deshalb, weil darauf der Karlsplatz noch ohne Verbau des Wienflusses und mit der heute nicht mehr bestehenden Elisabethbrücke abgebildet ist. Die Brückenfiguren, die ebenfalls auf dem Plakat zu sehen sind, haben sich erhalten und befinden sich nunmehr auf dem Rathausplatz.

    Das Blatt bietet darüber hinaus einen architekturhistorisch reizvollen Vergleich zwischen der Kirche und der Moschee, die ja auch ursprünglich eine Kirche war. Die Gegenüberstellung zeigt, wie ähnlich sich die beiden Gebäude im Grunde genommen mit Kuppel und Minaretten beziehungsweise Säulen sind. Was hier dem Grafiker 1891 instinktiv auffiel, konnte der Wiener Kunsthistoriker Claudius Caravias sehr viel später in seinem 2008 erschienenen Buch ›Die Moschee an der Wien‹ auch wissenschaftlich belegen. Nämlich die Tatsache, dass der Architekt Johann Bernhard Fischer von Erlach aus ideologischen Gründen bewusst optische Anklänge an Rom und Konstantinopel in die Gestaltung der Karlskirche mit einfließen ließ.

    Dieses Beispiel zeigt, wie sehr Plakate – in ihrer pointierten Darstellungsweise – Dinge herausarbeiten und fokussieren können, die weit über ihren ursprünglichen Werbezweck hinausgehen.«
    (siehe Bernhard Denscher auf www.austrianposters.at)
  • Obj_Id: 1'035'441
  • Obj_Internet_S: ja
  • Obj_Ownership_S (Verantw):Deutsches Plakat Museum
  • Obj_SpareNField01_N (Verantw): 242
  • Obj_Creditline_S:
  • Obj_Title1_S: Orient-Express
  • Obj_Title2_S:
  • Obj_PartDescription_S (Titelerg): Türkei, Konstantinopel
  • Obj_SpareMField01_M (Alle Titel): Orient-Express Orient-Express Türkei, Konstantinopel
  • Obj_Dating_S: 1891
  • Jahr von: 1'891
  • Jahr bis: 1'891
  • Obj_IdentNr_S: DPM DL 334
  • Obj_IdentNrSort_S: DPM DL 334
  • Obj_Classification_S (Objtyp): Plakat
  • Obj_Crate_S: 120 x 86 cm
  • Obj_Material_S:
  • Obj_Technique_S: Farblithografie
  • Obj_SpareSField01_S (Mat./Tech.): Farblithografie
  • Obj_AccNote_S (Erwerb): Dauerleihgabe aus der Sammlung Reisen in Luxus, Essen
  • Obj_PermanentLocation_S (Standort):
  • Obj_Condition1_S (Druckerei): Imprimerie F. Champenois, Paris
  • Obj_Condition2_S (Auflage):
  • Obj_Subtype_S (Genre):
  • Obj_Rights_S: © Museum Folkwang, Essen
Text zum Werk
Künstler

Der Orient-Express war der erste Luxuszug überhaupt, er verkehrte ab 1883 regelmäßig zwischen Paris und Constantinopel. Auf der langen Strecke, an den zahlreichen Haltepunkten fanden solche Plakate ihren Einsatz. Dabei wurde in die dafür vorgesehene Fläche im rechten unteren Viertel jeweils der Text eingedruckt, der vor Ort benötigt wurde. Das Plakat existiert daher in verschiedenen Sprachen und Textfassungen. Die aufwendig gestalteten und gedruckten Blanko-Plakate (noch ohne Texteindruck) kamen zum Teil über viele Jahre zum Einsatz.

Das Plakat zeigt einen Blick auf Constantinopel, über die Blaue Moschee hinweg auf das Goldene Horn, sowie zwei verschleierte Frauen. Exotik und geheimnisvolle Fremdartigkeit waren auch damals schon die lockenden Zutaten der Werbung für ferne Reisziele. Selbst die Darstellung des Karlsplatzes in Wien (links im Bild) erfährt – in gleicher Darstellungsmanier – eine exotische Note. »Interessant ist die Wienansicht vor allem deshalb, weil darauf der Karlsplatz noch ohne Verbau des Wienflusses und mit der heute nicht mehr bestehenden Elisabethbrücke abgebildet ist. Die Brückenfiguren, die ebenfalls auf dem Plakat zu sehen sind, haben sich erhalten und befinden sich nunmehr auf dem Rathausplatz.

Das Blatt bietet darüber hinaus einen architekturhistorisch reizvollen Vergleich zwischen der Kirche und der Moschee, die ja auch ursprünglich eine Kirche war. Die Gegenüberstellung zeigt, wie ähnlich sich die beiden Gebäude im Grunde genommen mit Kuppel und Minaretten beziehungsweise Säulen sind. Was hier dem Grafiker 1891 instinktiv auffiel, konnte der Wiener Kunsthistoriker Claudius Caravias sehr viel später in seinem 2008 erschienenen Buch ›Die Moschee an der Wien‹ auch wissenschaftlich belegen. Nämlich die Tatsache, dass der Architekt Johann Bernhard Fischer von Erlach aus ideologischen Gründen bewusst optische Anklänge an Rom und Konstantinopel in die Gestaltung der Karlskirche mit einfließen ließ.

Dieses Beispiel zeigt, wie sehr Plakate – in ihrer pointierten Darstellungsweise – Dinge herausarbeiten und fokussieren können, die weit über ihren ursprünglichen Werbezweck hinausgehen.«
(siehe Bernhard Denscher auf www.austrianposters.at)