Museum Folkwang
Camera, Lense
  • Andy Warhol
  • Camera, Lense, 1981

  • Kamera, Linse
  • Siebdruck und Acryl auf Leinwand
  • je 102 x 102 cm
  • Erworben 1998 mit Unterstützung der Eugen-und-Agnes-von-Waldthausen-Platzhoff-Museums-Stiftung
  • Inv.-Nr. G 542
  • Text zum WerkWarhol war eine der zentralen Künstlerpersönlichkeiten der 1960er Jahre und gilt heute als der wichtigste Protagonist der Pop Art. Sein Werk und seine öffentlichen Auftritte sicherten ihm zeit seines Lebens die ungebrochene Aufmerksamkeit der Medienwelt. Ein Grund hierfür war, dass Warhol selbst die Medien virtuos und vielschichtig einzusetzen wusste: Sie waren ihm Bildgegenstand, Produktionsmittel und künstlerische Methode, die er in ihren wechselseitigen Beziehungen untersuchte.

    Warhol vollzog zu Beginn seiner künstlerischen Karriere zwei elementare Schritte: er führte das mechanische Verfahren des Siebdrucks auf die grundierte Leinwand ein und verzichtete damit auf das ›handgefertigte‹ Bild. Und er wählte bereits vorhandene, massenmedial publizierte fotografische Bilder als Motive für seine Werke. Dazu zählten nicht nur Portraits berühmter Persönlichkeiten wie Marilyn Monroe oder Mao, sondern immer wieder auch Bilder von Verkehrsunfällen, Flugzeugabstürzen und anderen Katastrophen, so z. B. in seinen ›Disaster-Diptychen‹.
    Die Zweiteiligkeit dieser ›Diptychen‹ greift Warhol auch in ›Camera, Lense‹ auf.
    Wie eine Überwachungskamera scheint die Videokamera frontal und unausweichlich den Betrachter zu fokussieren. In einer zweiten Ansicht ist dieselbe Kamera im Profil erfasst, gleich den Erfassungsfotos von Tätern für Verbrecherkarteien. Die sich farbig unterscheidenden Grundierungen der beiden Bildtafeln, die eine hellblau, die andere türkisgrün, betonen den Perspektivwechsel und den Dialog der Blicke.

    Ob der Filmemacher Warhol hier eine eigene Videokamera in Szene gesetzt hat, ist schwer zu bestimmen. Dieses mit automatisiertem Zoom ausgestatte Modell stammt aus den späten 1970er Jahren, möglicherweise von der Firma Betamax, für die Warhol auch Werbung gemacht hat.
  • Provenienz1998, Galerie Rainer Borgemeister, Berlin
  • Obj_Id: 1'003'567
  • Obj_Internet_S: ja
  • Obj_Ownership_S (Verantw):Malerei, Skulptur, Medienkunst
  • Obj_SpareNField01_N (Verantw): 187
  • Obj_Creditline_S: Gemäldesammlung
  • Obj_Title1_S: Camera, Lense
  • Obj_Title2_S: Kamera, Linse
  • Obj_PartDescription_S (Titelerg):
  • Obj_SpareMField01_M (Alle Titel): Camera, Lense Camera, Lense Kamera, Linse
  • Obj_Dating_S: 1981
  • Jahr von: 1'981
  • Jahr bis: 1'981
  • Obj_IdentNr_S: G 542
  • Obj_IdentNrSort_S: G 0542
  • Obj_Classification_S (Objtyp): Gemälde
  • Obj_Crate_S: je 102 x 102 cm
  • Obj_Material_S: Siebdruck und Acryl auf Leinwand
  • Obj_Technique_S:
  • Obj_SpareSField01_S (Mat./Tech.): Siebdruck und Acryl auf Leinwand
  • Obj_AccNote_S (Erwerb): Erworben 1998 mit Unterstützung der Eugen-und-Agnes-von-Waldthausen-Platzhoff-Museums-Stiftung
  • Obj_PermanentLocation_S (Standort): Ausstellung Intern: Sammlung 20. und 21. Jahrhundert, Neubau
  • Obj_Condition1_S (Druckerei):
  • Obj_Condition2_S (Auflage):
  • Obj_Subtype_S (Genre):
  • Obj_Rights_S: © 2013 The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc. / Artists Rights Society (ARS), New York
Text zum Werk
Künstler
Provenienz

1998, Galerie Rainer Borgemeister, Berlin