Museum Folkwang
Ève
  • Auguste Rodin
  • Ève, um 1881

  • Eva
  • Bronze, patiniert
  • 174 x 38,5 x 64 cm
  • Erworben 1904 für das Museum Folkwang, Hagen, seit 1922 Essen
  • Inv.-Nr. P 61
  • Text zum WerkZum Universum des monumentalen Werkkomplex‘ der ›Höllenpforte‹ gehören auch die Figuren des Adam und der Eva, die ursprünglich rechts und links neben dem Tor aufgestellt werden sollten. »Der Kopf senkt sich tief in das Dunkel der Arme, die sich über der Brust zusammenziehen wie bei einer Frierenden. Der Rücken ist gerundet, der Nacken fast horizontal, die Haltung vorgebogen wie zu einem Lauschen über dem eigenen Leibe, in dem eine fremde Zukunft sich zu rühren beginnt. Und es ist, als wirkte die Schwerkraft dieser Zukunft auf die Sinne des Weibes und zöge sie herab aus dem zerstreuten Leben in den tiefen demütigen Knechtdienst der Mutterschaft.« (Rainer Maria Rilke) Rodin zeigt Eva bewusst nicht als sinnliche Verführerin, sondern in ihrer Rolle als Urmutter der Menschheit. Er verzichtete daher auf Attribute wie den Apfel vom Baum der Erkenntnis oder die Schlange. Rodin zeigt die Figur der Eva in ihrer Isolation nach der Vertreibung aus dem Paradies – dem Beginn ihres Menschseins. Evas Haltung ist der Ausdruck ihres Bewusstseins der eigenen Nacktheit, voller Schamgefühl den auf sie gerichteten Blicken ausweichend.
  • Provenienz1904, Künstler
    1904 - 1922, Kauf vom Künstler, Museum Folkwang, Hagen
    1922, Kauf, Museum Folkwang, Essen
  • Obj_Id: 1'003'618
  • Obj_Internet_S: ja
  • Obj_Ownership_S (Verantw):Malerei, Skulptur, Medienkunst
  • Obj_SpareNField01_N (Verantw): 188
  • Obj_Creditline_S: Museum Folkwang, Essen, Skulpturensammlung
  • Obj_Title1_S: Ève
  • Obj_Title2_S: Eva
  • Obj_PartDescription_S (Titelerg):
  • Obj_SpareMField01_M (Alle Titel): Ève Eve Ève Eva
  • Obj_Dating_S: um 1881
  • Jahr von: 1'880
  • Jahr bis: 1'882
  • Obj_IdentNr_S: P 61
  • Obj_IdentNrSort_S: P 0061
  • Obj_Classification_S (Objtyp): Plastik/Skulptur
  • Obj_Crate_S: 174 x 38,5 x 64 cm
  • Obj_Material_S: Bronze, patiniert
  • Obj_Technique_S:
  • Obj_SpareSField01_S (Mat./Tech.): Bronze, patiniert
  • Obj_AccNote_S (Erwerb): Erworben 1904 für das Museum Folkwang, Hagen, seit 1922 Essen
  • Obj_PermanentLocation_S (Standort):
  • Obj_Condition1_S (Druckerei):
  • Obj_Condition2_S (Auflage):
  • Obj_Subtype_S (Genre):
  • Obj_Rights_S: © Museum Folkwang, Essen
Text zum Werk
Künstler
Provenienz

Zum Universum des monumentalen Werkkomplex‘ der ›Höllenpforte‹ gehören auch die Figuren des Adam und der Eva, die ursprünglich rechts und links neben dem Tor aufgestellt werden sollten. »Der Kopf senkt sich tief in das Dunkel der Arme, die sich über der Brust zusammenziehen wie bei einer Frierenden. Der Rücken ist gerundet, der Nacken fast horizontal, die Haltung vorgebogen wie zu einem Lauschen über dem eigenen Leibe, in dem eine fremde Zukunft sich zu rühren beginnt. Und es ist, als wirkte die Schwerkraft dieser Zukunft auf die Sinne des Weibes und zöge sie herab aus dem zerstreuten Leben in den tiefen demütigen Knechtdienst der Mutterschaft.« (Rainer Maria Rilke) Rodin zeigt Eva bewusst nicht als sinnliche Verführerin, sondern in ihrer Rolle als Urmutter der Menschheit. Er verzichtete daher auf Attribute wie den Apfel vom Baum der Erkenntnis oder die Schlange. Rodin zeigt die Figur der Eva in ihrer Isolation nach der Vertreibung aus dem Paradies – dem Beginn ihres Menschseins. Evas Haltung ist der Ausdruck ihres Bewusstseins der eigenen Nacktheit, voller Schamgefühl den auf sie gerichteten Blicken ausweichend.