Museum Folkwang
Mumienmaske eines jungen Mannes
  • Ägypten
  • Mumienmaske eines jungen Mannes, um 50

  • Stuck auf Sandunterlage, polychrom bemalt
  • 24,6 x 15 x 9,3 cm
  • Erworben 1906 für das Museum Folkwang, Hagen, seit 1922 Essen
  • Inv.-Nr. KPL 10
  • Text zum WerkZur letzten Phase der ägyptischen Kultur gehören die in einem römisch-ägyptischen Mischstil gestalteten Mumienmasken aus Stuck (Gips). Nach der Eroberung Ägyptens durch die Römer (30 v. Chr.) behielten diese die altägyptischen Totenbräuche bei, etwa die Mumifizierung des Verstorbenen und die Herausarbeitung dessen Kopfes. Die konventionellen ptolemäischen Kartonagemasken erhielten unter dem Einfluss der römischen Porträtkunst vermehrt individuelle Züge. Während im Fayum und in Unterägypten die sogenannten Mumienporträts, gemalte Tafelbilder der Toten, die traditionellen Kartonagemasken bald verdrängten, blieben in Mittelägypten plastische Masken aus Stuck in Gebrauch. Im Unterschied zu den künstlerisch eindrucksvolleren Mumienporträts, die in Temperatechnik oder Enkaustik (Wachsmalerei) auf Holztafeln gemalt waren, sind Stuckmasken keine eindeutig individuellen Bildnisse, sondern in Serie hergestellte Produkte. Etwa 1200 Stuckmasken aus der römischen Kaiserzeit sind heute bekannt. Die Masken wurden in serienmäßige Formen gegossen und anschließend sorgfältig überarbeitet. Besondere Aufmerksamkeit wurde hierbei auf die Partie der anatomisch geformten und bemalten Augen verwendet. Seit hadrianischer Zeit versah man die Augen auch mit transparenten, in Form geschnittenen Glasblättchen oder formte sie mit Glaspaste. Die vielfarbige Fassung der Haartracht und Kleidung vermittelten den Masken einen Bildnischarakter mit Individualisierung.
  • Provenienz1906, Emanuel Kohn, München
    1906 - 1922, Kauf bei Kohn, Museum Folkwang, Hagen
    1922, Kauf, Museum Folkwang, Essen
  • Obj_Id: 1'004'595
  • Obj_Internet_S: Highlight
  • Obj_Ownership_S (Verantw):Archäologie, Weltkunst, Kunstgewerbe
  • Obj_SpareNField01_N (Verantw): 185
  • Obj_Creditline_S: Museum Folkwang, Essen, Alte, außereuropäische und angewandte Kunst
  • Obj_Title1_S: Mumienmaske eines jungen Mannes
  • Obj_Title2_S:
  • Obj_PartDescription_S (Titelerg):
  • Obj_SpareMField01_M (Alle Titel): Mumienmaske eines jungen Mannes Mummy Mask of a Young Man Mumienmaske eines jungen Mannes
  • Obj_Dating_S: um 50
  • Jahr von: 45
  • Jahr bis: 55
  • Obj_IdentNr_S: KPL 10
  • Obj_IdentNrSort_S: KPL 0010
  • Obj_Classification_S (Objtyp): Kleinplastik
  • Obj_Crate_S: 24,6 x 15 x 9,3 cm
  • Obj_Material_S: Stuck auf Sandunterlage, polychrom bemalt
  • Obj_Technique_S:
  • Obj_SpareSField01_S (Mat./Tech.): Stuck auf Sandunterlage, polychrom bemalt
  • Obj_AccNote_S (Erwerb): Erworben 1906 für das Museum Folkwang, Hagen, seit 1922 Essen
  • Obj_PermanentLocation_S (Standort):
  • Obj_Condition1_S (Druckerei):
  • Obj_Condition2_S (Auflage):
  • Obj_Subtype_S (Genre):
  • Obj_Rights_S: © Museum Folkwang, Essen
    Foto: Hans Hansen, Hamburg 2009
Text zum Werk
Künstler
Provenienz

Zur letzten Phase der ägyptischen Kultur gehören die in einem römisch-ägyptischen Mischstil gestalteten Mumienmasken aus Stuck (Gips). Nach der Eroberung Ägyptens durch die Römer (30 v. Chr.) behielten diese die altägyptischen Totenbräuche bei, etwa die Mumifizierung des Verstorbenen und die Herausarbeitung dessen Kopfes. Die konventionellen ptolemäischen Kartonagemasken erhielten unter dem Einfluss der römischen Porträtkunst vermehrt individuelle Züge. Während im Fayum und in Unterägypten die sogenannten Mumienporträts, gemalte Tafelbilder der Toten, die traditionellen Kartonagemasken bald verdrängten, blieben in Mittelägypten plastische Masken aus Stuck in Gebrauch. Im Unterschied zu den künstlerisch eindrucksvolleren Mumienporträts, die in Temperatechnik oder Enkaustik (Wachsmalerei) auf Holztafeln gemalt waren, sind Stuckmasken keine eindeutig individuellen Bildnisse, sondern in Serie hergestellte Produkte. Etwa 1200 Stuckmasken aus der römischen Kaiserzeit sind heute bekannt. Die Masken wurden in serienmäßige Formen gegossen und anschließend sorgfältig überarbeitet. Besondere Aufmerksamkeit wurde hierbei auf die Partie der anatomisch geformten und bemalten Augen verwendet. Seit hadrianischer Zeit versah man die Augen auch mit transparenten, in Form geschnittenen Glasblättchen oder formte sie mit Glaspaste. Die vielfarbige Fassung der Haartracht und Kleidung vermittelten den Masken einen Bildnischarakter mit Individualisierung.