Museum Folkwang
  • »Unsere Zeit hat ein neues Formgefühl« – Fotografie der zwanziger Jahre

  • Die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen durch das Großstadtleben, den Aufschwung der Industrie und die neuen technischen Errungenschaften beeinflussten in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts auch die visuelle Praxis der Wahrnehmung. Fotografie, Film und illustrierte Zeitschriften faszinierten die Avantgardisten und inspirierten sie zu Experimenten und Erkundungen.

    Perspektiven / Reportage / Abstraktion
    Die Fotografen der zwanziger Jahre erprobten die gestalterischen Möglichkeiten ihres Mediums und strebten nach einem Neuen Sehen, nach einem zeitbezogenen Ausdruck der in Bewegung geratene Umwelt. Extreme und neuartige Perspektiven, Montagen und Fotogramme sowie das Spiel mit Ausschnitten und Kontrasten zeugen von der künstlerischen Produktivität dieser Jahre. Darüber hinaus erkundeten die Fotografen ihre Umgebung; Bildjournalismus und Pressewesen florierten.

    Frauen
    Das Medium Fotografie bot in der Weimarer Republik besonders auch für Frauen, die sich nun zunehmend von der klassischen Rolle als Ehefrau und Mutter emanzipierten, ein neues Tätigkeitsfeld. Während ihre Arbeiten nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst in Vergessenheit gerieten, erfuhren sie im Museum Folkwang mit den Ausstellungen Fotografinnen (1970) und Fotografieren hieß teilnehmen (1994) eine erneute Würdigung. Künstlerinnen wie Aenne Biermann, Lotte Jacobi, Germaine Krull oder Annelise Kretschmer wurden darüber hinaus in Einzelausstellungen präsentiert.

    Lehrer / Schüler
    Die wachsende Bedeutung des Mediums Fotografie führte in den zwanziger Jahren vermehrt zur Einrichtung fotografischer Kurse an Kunstgewerbeschulen, in denen das gemeinsame Lernen und die handwerkliche Tätigkeit in Werkstätten im Vordergrund standen. Viele Fotografen übten Lehrtätigkeiten aus und prägten die Arbeitsweise ihrer Schüler: Max Burchartz und kurzzeitig auch Albert Renger-Patzsch an der Folkwangschule für Gestaltung in Essen; Hans Finsler an der Handwerker- und Kunstgewerbeschule Burg Giebichstein in Halle; Walter Peterhans und László Moholy-Nagy im konstruktivistischen Umfeld des Bauhauses.

    Werbung
    Die neuen Medien forcierten auch die Entwicklung der Werbung, wobei die Fotografie einen zunehmenden Stellenwert erlangte und allmählich die Zeichnungen und Illustrationen ablöste. Der expandierende Reklamemarkt bot neue Tätigkeitsfelder, in denen Berufsfotografen, Grafiker und Künstler tätig wurden.
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Werke
o.T. (Industrielandschaft)
Otto Rittmeyer
o.T. (vermutlich Entwurf für die Zeitschrift „Zrelischa")
Gummibaum
Junges Mädchen
Arbeiter
o.T. (Kohlenturm, Zeche Königsborn, Architekt Alfred Fischer, Essen)
o.T. (Mädchen mit Blüte)
Ohne Titel, Berlin
Fische und Kartenkönigin
Hutmode. Nachmittagshut mit großem Spitzenrand, Modell: Le monnier (Model Miss Florence)
o.T. (Werbung für Herrenkonfektion)
Goldfisch Badeanzüge (Werbeplakat für die Firma Fischer, Maas & Kappauf)