Museum Folkwang
  • Koptische Textilien

  • Koptische Textilien Ägypten, 3. – 8. Jhd. n. Chr. Unter den Anhängern der Kunstgewerbe- Bewegung war es nahezu ein „Muss“, eine Kollektion spätantiker Textilien aus Ägypten zu besitzen, galten sie doch bis zur Entdeckung des Grabes von Tut-Anch-Amun in den 1920er Jahren als die ältesten Textilien überhaupt. Überdauert haben sie als Füllmaterial und Kleidung von Mumien sowie als Lumpen in Abfallhaufen antiker Siedlungen.

    Gemeinhin werden diese Textilien als ›koptisch‹ bezeichnet. Damit werden eine Assoziation mit den Christen Ägyptens, den Kopten, geweckt und ein religiöser Zusammenhang vorgegeben. Diese christliche Gemeinschaft hat sich jedoch erst im Jahr 451 n. Chr. von der Hauptkirche abgespalten, die Textilfunde jedoch datieren zum Teil wesentlich früher. Zudem weisen sie eine hellenistische Tradition der Motive auf, die ungebrochen bis in die islamische Zeit weiterlebt. Somit wird ›koptisch‹ hier in seiner ursprünglichen Bedeutung als ›ägyptisch‹ verwendet, einer Kurzform, die sich aus dem griechischen ›Aigyptioi‹ gebildet hat.

    Bei den von Karl Ernst Osthaus zusammen getragenen Textilien richtete sich der Fokus vor allem auf die künstlerisch-handwerkliche Ausführung der Ornamente. Die Fragmente, zumeist Zierfelder, wurden aus erhaltenen Geweben und Gewändern ausgeschnitten und einzeln verkauft.
  • Exh_Title_S: Koptische Textilien
  • Exh_Id: 100'501
  • Exh_Comment_S (Verantw): Archäologie, Weltkunst, Kunstgewerbe
  • Exh_SpareNField01_N (Verantw ID): 185
Werke
Fragment eines Vorhangs
  • Ägypten
  • Fragment eines Vorhangs, Spätantike, 4.–5. Jh.

  • Erot mit zwei Körben. Zusammen mit weiteren Eroten schmückte er in regelmäßigem Streumuster einen rechteckigen Vorhang.
  • Inv.-Nr. TS 06 198a
Fragment eines Vorhangs
  • Ägypten
  • Fragment eines Vorhangs, Spätantike, 4.–5. Jh.

  • Geflügelter Erot mit Zimbeln. Zusammen mit weiteren Eroten schmückte er in regelmäßigem Streumuster einen rechteckigen Vorhang.
  • Inv.-Nr. TS 06 198b
Brustpartie einer Leinentunika
Fragment einer Leinentunika
  • Ägypten
  • Fragment einer Leinentunika, frühislamische Zeit, Mitte 7.–8. Jh.

  • Partie aus dem Kniebereich mit appliziertem Medaillon (orbiculus). Der scharlachrote Hauptfries trägt vier Figuren und vier architektonische Motive im Wechsel.
  • Inv.-Nr. TS 06 216
Schulterpartie einer Leinentunika
  • Ägypten
  • Schulterpartie einer Leinentunika, frühislamische Zeit, Mitte 7.–8. Jh.

  • Übergang von der Schulter zum Ärmel mit appliziertem Dekor. In den scharlachroten Grund sind Medaillons mit je einem nimbierten Reiterheiligen eingearbeitet.
  • Inv.-Nr. TS 06 221